DIOCAESAREA (DIOCAISAREIA) | OLBA

Diosaesarea (Diocaisareia) und Olba sind zwei antike Städte, die eine Einheit bildeten, in der Landschaft Kilikien, der heutigen Provinz Mersin in der Türkei. Die Orte liegen ca. 35 km nordwestlich von Korykos auf einem Plateau.in 1000 m Höhe. Olba war Sitz einer Priesterdynastie (Teukriden), deren Heiligtum, der Tempel des Zeus Olbios war.  Der Zeitpunkt der Entstehung des Tempels kann nicht eindeutig belegt werden. Sie wird zwischen dem frühen 3. Jhd. v. Chr. und der Mitte des 2. Jhd. v. Chr. angenommen. Die Priesterdynastie des Zeus-Olbios-Heiligtums herrschte in einem Gebiet zwischen dem antiken Kalykadnos und dem ebenfalls antiken Lamos. Zur Zeit der römischen Republik und unter dem Regime des Kaiser Augustus konnten sie ihren Tätigkeiten nachgehen. Im weiteren Verlauf des 1. Jhd. n. Chr. verlor die Priesterdynastie an Macht, das regional wirkende Heiligtums wandelte sich zu einem Stadtheiligtum.

Olba liegt beim Dorf Ura. Antike Zeugen des Ortes sind ein Theater, ein Nymphäum und ein Aquädukt, Reste der Stadtmauer und Felsengräber. In der Zeit der Bildung der römischen Provinz Kilikien entstand beim Zeus-Tempel das Siedlungsgebiet von Diocaesarea. Die Stadt liegt ca. 4 km von Olba entfernt, beim heutigen Ort Uzuncaburc. Die sichtbaren Ruinen von Diocaesarea stammen, bis auf den Zeus-Olbius-Tempel selbst, aus der frühen Kaiserzeit des 1./2. Jhd. n. Chr. Aus antiker Zeit sind im Grabungsgelände die Ruinen des Zeus-Olbios-Tempels, des Tyche-Tempels mit korinthischen Kapitellen der Granitsäulen und Architraven, ein Prunktor am Eingang der Grabungsstätte, eine Kolonnadenstraße sowie ein stadtauswärts führendes dreibogiges Stadttor (Nordtor) erhalten. Der Tempel des Zeus von Olba ist ein Ringhallentempel, Peripteros, mit je sechs Säulen an Front und Rückseite und zwölf Säulen an den Langseiten. Die Grundfläche (der Stylobat) misst etwa 21 × 39 m. Die Säulenschäfte sind in ihrem oberen Teil kanneliert. Das Gebälk des Tempels war dorisch gestaltet. Markantes Zeichen der Stadtmauer ist. ein fünfstöckiger, über zwanzig Meter hoher Wachturm mit dem Olbisches Zeichen. Der heutige Ortsname Uzuncaburc bedeutet in der Übersetzung „langer Turm“.

Mehrere Nekropolen befinden sich außerhalb des ehemaligen Stadtgebietes. In der Spätantike verlor Olba gegenüber der Stadt Caesarea an Bedeutung. In frühbyzantinischer Zeit (2. Hälfte des 5. Jahrhunderts) wurde in den Tempel eine Kirche eingebaut. Artikel bei Wikipedia zu: DIOCAESAREA und OLBISCHES ZEICHEN

Quellen: Dumont Reise-Handbuch Türkei, Westtürkei – Zentralanatolien, @ DuMont Reiseverlag, 1. Auflage 2011, H. E. Latzke (V. Ohl & W. Dorn), S. 28, 327 / Antike Stätten am Mittelmeer, Metzler Lexikon, Verlag J. B. Metzler, 1999, D.O.A. Klose, S. 574-577 / Geschichte Kleinasiens in der Antike, @ Verlag C. H. Beck oHG München, 2. durchgesehene Auflage 2010, Chr. Marek (P. Frei), S. 401, 425, 523

 

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