TIPASA | TIPAZA

Tipasa (Tipaza) ist eine Stadt an der algerischen Mittelmeerküste mit etwa 10.000 Einwohnern und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Sie liegt ca. 60 km westlich von Algier. Laut Geschichtsschreibung wurde Tipasa von den Phöniziern als einer ihren vielen Handelsstützpunkte am westlichen Mittelmeer gegründet. Tipaza ist das punische Wort für Handelsplatz, womit erklärbar wäre, dass Tipasa auch zum Herrschaftsbereichs Karthagos gehörte. 

Die Römer beherrschten das Gebiet, einschl. Tipasa, ab 146.v. Chr…(nach dem Untergang Kathagos) und errichteten hier ein Militärlager, das auch ein Stützpunkt der römisch-mauretanischen Flotte gewesen sein soll. Der römische Kaiser Claudius erhob die Stadt in den Status einer municipium nach römischem Recht. und im weiteren Verlauf verlieh ihr Kaiser Hdrian, der den Ort besucht haben soll,den Rang einer Kolonie mit weitergehenden Rechten. Damit erlangte die Stadt erheblichen Einfluss in der Region. Ihre wirtschaftliche Kraft entsprang vor allem dem Anbau und Handel mit Oliven. Im 1./2. Jhd. n. Chr. lebten dort etwa 15.000 Menschen.

Gegen Ende des 5. Jhd. führte die Herrschaft der Vandalen zu einer Fluchtbewegung unter der Bevölkerung nach Spanien., die ab 534 wiederkehrten. Während der Besetzung durch die Araber wurde der Ort verwüstet, seine Geschichte verliert sich daraufhin. Erst 1854 bzw. 1857 wird Tipasa durch die Kolonialmacht Frankreich wiedererrichtet. Tipasa ist oberhalb des Meeres auf drei Hügeln entstanden. Die Bauten des mittleren Hügels sind nicht mehr vorhanden. Auf dem westlichen Hügel gibt es die “Große Basilika“ und die „Basilika Alexander“, auf dem östlichen Hügel die Basilika von „St. Salsa“. Die Basiliken sind von Nekropolen umgeben. Weiterhin sind Thermen, ein Theater, ein Amphitheater sowie ein Nymphäum und ein Mausoleum erhalten. Unterhalb des östlichen Hügels liegen die Ruinen des antiken Hafens. 

Etwa 16 km von Tipasa entfernt befindet sich ein großes Mausoleum mit einem Durchmesser von 60 m und einer Höhe von ursprünglich 40 m (aktuell. ca.32 m). Ein imposantes Bauwerk, dessen Unterbau durch Halbsäulen mit korinthischen Kapitellen geschmückt ist – vermutlich ein Bau aus der Zeit des Hellenismus (2./1. Jhd. v. Chr.) Zu seiner Kuppe hin verjüngt sich der Bau durch eine treppenartig gestaltete Kegel-Pyramide. Allein die Ausmaße und die Gestaltung des Grabmals sprechen für die Grablege einer Königsfamilie, wohl für Kleopatra Selene, der Ehefrau des numidischen Königs Juba II Das antike Tipasa ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Der Schriftsteller Albert Camus setzte der Stadt in seinen Romanen (u. a. Heimkehr nach Tipasa) ein literarisches Denkmal. Ein Gedenkstein für ihn befindet sich in der parkähnlichen Ausgrabungsstätte, in der Natur und Antike in wunderbarer Weise verwoben sind. Artikel bei Wikipedia zu: TIPASA/TIPAZA

Quellen: Algerien, Trescher Verlag, Berlin, B. Agada, A..Schuster, 1. Auflage 2010, S. 162-167 / Antike Stätten am Mittelmeer, Metzler Lexikon, Verlag J. B. Metzler, B.Tolle,, S. 846/847 & 851-854

 

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