KELENDERIS

Kelenderis war eine antike Stadt im Rauen Kilikien an der süd-östlichen Mittelmeerküste der Türkei an der modernen Küstenstraße Nr. 400 auf etwa halbem Weg zwischen Anamur und Silifke in der heutigen Provinz Mersin. Aufgrund ihrer Lage am Meer als östlichste Siedlung der griechischen Einflusssphäre war sie in ihrer Frühzeit eine wichtige Hafenstadt. Die Gründung von Kelenderis ist nicht eindeutig belegt. Eine erste Erwähnung der Siedlung liegt wohl in einem babylonischen Text im Zusammenhang mit einem Feldzug der Babylonier in der kleinasiatischen Region Kilikien vor. Für die antike Epoche gibt es aufgrund archäologischer Funde (Vasen altgriechischen Typs) die Auffassung, dass es sich um eine Gründung durch ionische Siedler von der Insel Samos handeln könnte. Für andere Besiedlungstheorien gibt es keine archäologischen Anhaltspunkte.

Im 5. Jhd. v, Chr. war Kelenderis Mitglied des Attisch-Delischen Seebundes, mit dem vor allem die Perser auf dem Seeweg ferngehalten werden sollten. Die Historie des Ortes dürfte den Entwicklungen im Gebiet des rauhen Kilikien sehr ähnlich gewesen sein (siehe Elauissa-Sebaste, Olba-Diocaesarea). Die Bedeutung des Ortes in griechisch-hellenistischer Zeit wurde durch seinen Hafen begründet, der an dem damals stark befahrenen west-östlichen Seefahrtweg lag. Von dort war es auch die kürzeste Verbindung vom Festland zur Insel Zypern. Infolge der wirtschaftlichen Entwicklungen während der römischen Epoche wurde der Hafen zu klein, wodurch er und mit ihm die Stadt an Bedeutung verloren haben.

Dennoch blieb der Ort bis in die heutige Zeit durchgehend bewohnt. Dieser Umstand führte allerdings dazu, dass durch nachfolgende Überbauungen nur wenige antike Zeugnisse auffindbar sind. Es sind Ruinen eines Bades, von Zisternen und Befestigungsanlagen sowie ein relativ gut erhaltenes Grabmal zu besichtigen. Nach archäologischer Quellenlage sollen sie in römischer Zeit entstanden sein. Kelenderis war in frühchristlicher Zeit Bischofssitz, von dem die Macht zu dieser Zeit ausging. Die Fotos entstanden auf einer individuell geführten Reise im Jahr 2018. Wikipedia Beiträge zu KELENDERIS

Quellen: Dumont Reise-Handbuch Türkei, Westtürkei – Zentralanatolien, @ DuMont Reiseverlag, 1. Auflage 2011, H. E. Latzke (V. Ohl & W. Dorn), S. 325 / Antike Stätten am Mittelmeer, Metzler Lexikon, Verlag J. B. Metzler, 1999, D.O.A. Klose, S. 574-577 (vgl. Olba-Diocaesarea) / (Geschichte Kleinasiens in der Antike, @ Verlag C. H. Beck oHG München, 2. durchgesehene Auflage 2010, Chr. Marek (P. Frei), S. 411 412. Bildnachweis: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9e/Kelenderis1.jpg

 

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