RESAFA (RASAFEH | SERGIOPOLIS)

Die antike Stätte Resafa liegt 50 km südwestlich von Raqqa in karger Landschaft, am Ostrand der syrischen Steppenwüste. Die Geschichtsschreibung hat aussagekräftige Erkenntnisse erst ab dem 4. Jhd. v. Chr. über Resafa, wobei auch eine frühere Besiedlung für möglich gehalten wird. Die Siedlung hatte keine eigene Wasserquelle. Das benötigte Wasser wurde im Winter und im Frühling in einer riesigen Zisterne aufgefangen und gespeichert.

Im Jahr 70 n. Chr. wurde Resafa als römischen Wachposten gegen potenzielle Gegner aus dem Osten aufgebaut. Resafa wurde zu Beginn des 4. Jhd´s Teil der „Stata Diokletiana“, einer Karawanen- und Militärstraße, die auch als Limes Arabicus gilt. Er bildete die Ostgrenze der Provinz Syria. Resafa war zu byzantinischer Zeit ein wichtiger und gut besuchter Pilgerort. Die Erzählung geht so: In dem bei Resafa gelegenen römischen Militärstützpunkt fand der Soldat Sergio, der offensichtlich Christ war, im Jahr 305 durch Enthauptung den Märtyrertod. Es war die Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian (284 – 305 n. Chr.).

Schon bald nach seinem Tod wurde Sergio, gemeinsam mit einem weiteren Märtyrer, dem heiligen Bacchus, in Teilen Syriens sehr verehrt. An der Stelle seines Grabes wurde zunächst eine Kapelle errichtet, später eine Basilika, in dem der Leichnam Sergios seine letzte Ruhstätte fand. Seitdem wurde Resafa die Stadt des Sergio genannt – Sergiopolis. In byzantinischer Zeit war der Ort eine der wichtigen Pilgerstätten im Vorderen Orient, wodurch Resafa zu Reichtum kam. Unter dem oströmischen Kaiser Justitian (527 -565 n. Chr.) erhielt der Ort eine imposante Stadtmauer. Der muslimische, omayyadische Kalif Hisham (724- 743) baute Resafa zu seiner bevorzugten Residenz aus und ließ neben der Basilika eine Moschee errichten, woraufhin der Ort auch Anziehungskraft für Muslime gewann. Infolge des kriegerischen „Mongolensturm“ in der Region wurde die Stadt gegen Ende des 13. Jhd. aufgegeben und nie wieder besiedelt. Die Fotos zeigen u. a. die Gesamtanlage und bauliche Elemente der Basilika. Artikel bei Wikipedia zu: RESAFA

Quellen: Syrien/Libanon, W. Gockel, Nelles Verlag GmbH, 2006, S. 148–152

 

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