NYSA AM MÄANDER

Nysa am Mäander ist eine antike Stadt in Karien an der Grenze zu Lydien in Kleinasien. Die Stätte liegt etwa 30 km östlich von der Provinzhauptstadt Aydin und 2 km nordwestlich der Stadt Sultanhisar. Nysa liegt am Nordrand der Ebene des Flusses Mäander am Beginn des Mesogis-Gebirges; das Stadtgebiet wird von der Schlucht eines Baches in nord-südlicher Richtung durchschnitten. Die mythologische Erzählung zu Nysa im Altertum besagt, dass Nysa einer der Orte gewesen sein soll, an denen Dionysos, der Gott des Weines, geboren und aufgewachsen sein soll. Der Name des Ortes geht möglicherweise auf Nysa, der Amme des Gottes Dionysos zurück.

Nysa soll eine seleukidische Gründung unter König Antiochos I. von Syrien bzw. Seleukos im 3. Jhd. v. Chr. sein. Ein Schreiben der beiden Herrscherfiguren aus dem Jahr 281 v. Chr. an die Bewohner der Siedlungen in dieser Gegend zeugt davon. Die weitere Geschichte der Stadt ist nicht gut belegt. In der Zeit der Auseinandersetzungen der Römer mit dem persischen Satrapen Mithridates wurden die römischen Truppen von einem reichen Bewohner unterstützt, was zu dessen Tod führte. Aus dessen Familie kam ein enger Freund des römischen Feldherrn Pompeius, Dieser heiratete die Tochter des Marcus Antonius. Deren Tochter wiederum war später Königin von Pontus und Kappadokien – Gegebenheiten aus der nachweisbaren Geschichte von Nysa.
In der römischen Kaiserzeit brachte Nysa berühmte antike Historiker, Philosophen und Redner hervor, u. a. Strabon und Apollonios. Besonderes Ansehen genoss Nysa durch sein Heiligtum Pluto (Gott der Unterwelt) und der Kore. Die schwefelhaltige Heilquelle ca. 4 km westlich von Nysa in Acharaka begründete den Wohlstand der Stadt.

Die Stadt wurde vom antiken griechischen Historiker Strabon (Strabo) als Doppelstadt beschrieben, die durch einen „hohlwegartigen Flusslauf“ (Schlucht) in einen westlich der Schlucht bzw. des Theaters und einen östlich der Schlucht bzw. des Theaters gelegenen Teil gegliedert erscheint. Mittels einer Brücke sind die Stadteile verbunden. Unterhalb dieser Bücke liegt das Stadion (Amphitheater). Auf dem „Dach“ der Brücke, einem Plateau, befindet sich das große hellenistisch-römische Theater. Es ist eine Art Bindeglied zwischen den Teilen der Stadt. Die Bühnenwand des Theaters wurde offenbar zwischen unseren Besuchen in den Jahren 2015 und 2022 rekonstruiert. Im westlichen Stadteil befinden sich die Ruinen eines „Gymnasion.-Bad-Komplexes“, einer Bibliothek und Bauten aus byzantinischer Zeit sowie das „Katip Ören(?)“.

Im östlichen Stadtteil liegen ein sehr gut erhaltenes Bouleuterion, als Rathaus der Ältesten oder als Gerontikon bezeichnet. Die Marktagora besticht durch gut bewahrte Säulenreihen. In der Literatur werden auch Reste eines Tempels auf der Agora erwähnt. Die Fotos entstanden auf zwei individuell geführten Reisen in den Jahren 2015 und 2022 statt. Wikipedia Artikel zu NYSA

Literaturquellen: Geschichte Kleinasiens in der Antike, @ Verlag C. H. Beck oHG München, 2. durchgesehene Auflage 2010, Chr. Marek (P. Frei), S. 256, 345, 385, 530, 632, Kleinasien 3, Jenseits des Mäander Karien mit dem Vilayet Mugla, Verlag W. Kohlhammer GmbH, 2. Auflage 1985, G.E. Bean (Übersetzung: J. Wiesner / U. Pause-Dreyer), S. 221-227 / Dumont Reise-Handbuch Türkei, Westtürkei – Zentralanatolien, @ DuMont Reiseverlag, 1. Auflage 2011, H. E. Latzke (V. Ohl & W. Dorn), S. 239 // Antike, Metzler Lexikon, Verlag J: B: Metzler, 2. Auflage, 2006, S. 419, Bildnachweise: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/Nysa on the Mäander/The_library / https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/Nysa on the Mäander/The_theatre

 

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