GERASA (ANTIK: JERASH)

Die Gründungsgeschichte des Ortes ist nicht eindeutig belegt. In hellenistischer Zeit soll der Ort von Kriegsveteranen besiedelt worden sein. Nach den Diadochenkriegen (nach 323 v. Chr.) herrschten die Ptolemäer in der Region. Auch ein Seleukide (Antiochus III. oder IV.) wird von der Geschichtsschreibung als Gründer der Stadt für möglich gehalten. In der spät-hellenistischen bzw. frühen römischen Epoche gewannen jüdische und nabatäische Einflüsse in der Stadt und deren Umland an Bedeutung. Die Nabatäer (etwa 84 – 72 v. Chr.) waren an verlässlichen Karawanenwegen (Weihrauchstraße) für ihren Handel stark interessiert, wovon auch Gerasa deutlich profitierte. 

Die „Pax Romana“ („Römischer Frieden“), unter Kaiser Augustus im 1. Jhd. n. Chr. bot günstige Bedingungen für einen gesicherten Handel, was zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg Gerasa`s führte. Insbesondere unter den römischen Kaisern Trajan (96–117 n. Chr. und Hadrian 117–138 n. Chr.) setze sich die gute Entwicklung fort. Äußeres Zeichen war eine zeitgemäße städtebaulicher Gesaltung, deren besonderes Kennzeichen ein mit Säulen geschmücktes Straßennetz (Cardo, Decumanus) und monumentale, öffentliche Bauten. 

Im 3. Jhd. n. Chr. begann der Abstieg Gerasas im Kontext zur Schwächung des römischen Reiches und den kriegerischen Angriffen von außen. Zeitgleich stieg das Christentum auf, was im 5./6. Jhd. n. Chr. zu einer Phase intensiver sakraler, früh-byzantinischer Bautätigkeit zu Lasten heidnischer, griechisch-römischer Tempel führte. Das antike Gerasa verlor ab dem 7. Jhd. n. Chr. an Bedeutung. Die Fotos, die im März 2007 entstanden, zeigen Ruinen aus der römischen Kaiserzeit des 1. bzw. 2. Jhd. n. Chr. Artikel bei Wikipedia zu: GERASA

Quellen: Jordanien, F.-R. Scheck, 3. Auflage 2006, Dumont Reiseverlag, S. 151-191 / Antike Stätten am Mittelmeer, Metzler Lexikon, Kl.-J. Matz, S. 692-694 / Antike, Metzler Lexikon, Verlag J: B: Metzler, 2. Auflage, 2006, S. 206 / Die Römischen Kaiser, Chris Scarre, Genehmigte Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH Würzburg, 1998 (Übersetzung: Nicolaus Gatter), S. 90 – 105 / Jerusalem & Heiliges Land; Autorenkollektiv, Deutsche Ausgabe, Deutsche Ausgabe: Dorling Kindersley Verlag, München, 2008/2009 (Aktualisierte Auflage), S. 210/211 / Bildnachweise zu GERASA: WIKIPEDIA

 

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