LAODIKEIA | LAODIZEA

Laodikeia war eine antike Stadt in der Landschft Phrygien, ca. 6 km nördlich vom modernen Denizli und 10 km südlich von Pamukkale. Laodikeia wurde der Geschichtsschreibung zufolge von Antiochos II. zwischen 261 und 253 v. Chr. gegründet und nach seiner Frau Laodike benannt. In römischer Zeit war die Stadt Zentrum eines Gerichtsbezirks der  Provinz Asia und galt als wirtschaftliches Zentrum der Region. Der berühmte Cicero weilte als römischer Prokonsul in Kilikien, in den Jahren 51/50 v. Chr. auch in Laodikeia, wovon einige seiner dort verfassten Briefe zeugen.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde Laodikeia zweimal, von Erdbeben schwer verwüstet, konnte sich aber wieder erholen. In römischer Zeit war Laodikeia ein wichtiges Gebiet für den Anbau von Baumwolle. Durch seine Nähe zu den heilenden Wasserquellen von Hierapolis  (heute Pamukkale), lebte die Stadt von Kurgästen und Pilgern, die das Wasser als heilig ansahen. Durch die spezielle Zusammensetzung des Thermalwassers von Pamukkale wurde in Laodikeia eine wohl heilende Augensalbe hergestellt. Mit der Farbe einer roten Pflanzenwurzel – Wasser aus Hierapolis verdünnt – konnten schwarze Stoffe purpurn gefärbt werden. So wurden immer mehr purpurne Stoffe im römischen Reich in Laodikeia hergestellt, als Alternative zur aufwändigen Färbung von Stoffen mit Purpurschnecken. Auf diese Weise wurde Laodikeia zu einer wichtigen Purpurstofffabrik im römischen Reich. Anfang des 4. Jhd. n. Chr. war Laodikeia Metropolis (Hauptort) der römischen Provinz Phrygia. Später war der Ort Bischofssitz und Veranstalter des christlichen Konzils von Laodikeia. Die relativ gute Zeit dauerte für Laodikeia bis zu einem verwüstenden Erdbeben im Jahr 494 n. Chr. Besiedelt war der Ort bis ins 15. Jhd.

In Laodikeia befinden sich zwei antike Theater, von denen das „Kleine Theater“ bis 2021 in saniert wurde. Das ehemalige Zentrum der Stadt erhält sein Gepräge durch einen weiträumigen Tempelbezirk, wobei der Tempel A und die vielen verbliebenen Säulen von antiken Gebäuden und Anlagen sehr eindrucksvoll wirken, ebenso die Syrische Straße. Dies war möglicherweise die frühere Hauptstraße, in öst-westlicher Richtung. Im 3. Jhd. n. Chr. entstand das Septimus Severus Nymphaeum, vielleicht als Endpunkt einer in den Ort führenden Wasserleitung. In jüngerer Zeit wurden Ruinen einer frühchristlichen Kirche aus dem 4. Jhd. n. Chr. gefunden.

Aufschlussreich hinsichtlich der Bedeutung von Laodikeia zu Beginn des 1. Jhd. n. Chr. sind Auslassungen des Apostel Paulus in einem seiner Sendschreiben an die sieben urchristlichen Gemeinden der Region (Apokalypse des Johannes). Paulus kritisiert in seinem Sendschreiben an Laodikeia die Geschäftemacherei der Bewohner, u. a. den Verkauf goldener Figuren, die die Pilger in Hierapolis als Ofer für das dortige Heilwasser spenden sollten. Ebenso kritisiert er die immense Produktion von gefärbten (purpurnen) Textilien, den Verkauf von Salben für die Augen und die Vermarktung der unweit gelegenen Thermalquellen von Pamukkale. Paulus gewährt mit diesen Bemerkungen einen Einblick in die wirtschaftlichen Gegebenheiten der Stadt und erklärt damit auch den Wohlstand der Stadt. Artikel bei Wikipedia zu: LAODIKEIA und SIEBEN SENDSCHREIBEN

Quellen: Dumont Reise-Handbuch Türkei, Westtürkei – Zentralanatolien, @ DuMont Reiseverlag, 1. Auflage 2011, H. E. Latzke (V. Ohl & W. Dorn), S. 244 / Geschichte Kleinasiens in der Antike, @ Verlag C. H. Beck oHG München, 2. durchgesehene Auflage 2010, Chr. Marek (P. Frei), S. 274, 312, 328. 332, 345, 370, 371, 384, 425, 465, 505, 522, 600 / Kleinasien 3, Jenseits des Mäander Karien mit dem Vilayet Mugla, Verlag W. Kohlhammer GmbH, 2. Auflage 1985, G.E. Bean (Übersetzung: J. Wiesner, U. Pause-Dreyer), S. 258-268

 

LAGE UND ANFAHRT: