KAUNOS

Kaunos war eine Stadt in der antiken Landschaft in Kle Karieninasien beim heutigen Ort Dalyan in der türkischen Provinz Mugla. Sie lag ursprünglich am Meer und liegt nun durch Verlandungsprozesse acht Kilometer davon entfernt im Delta des Flusses Dalyan. Die Geschichte des Ortes soll bis in das 10. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen. In der Geschichtsschreibung wird die Siedlung als eine einheimische, karische Gründung angesehen. Die griechischen Kolonisten haben für den Ort aber einen mythischen Gründer namens Kaunos erfunden und einen Kult um diesen angeblichen Stadtgründer etabliert, der bis in die römische Zeit wirkte. Die Entwicklung von Kaunos war fest eingebettet in die der antiken Region Karien. Im 6. Jhd. v, Chr. begann die Herrschaft der Perser über weite Teile Kleinasiens, einschl. der Küste der Ägäis. Das führte zu wiederkehrenden Auseinandersetzungen mit den „klassischen“ Griechen, in die Kaunos teilweise einbezogen wurde.

Nach dem Sieg der Griechen über die Perser wurde Kaunos Mitglied im Delisch-Attischen Seebund, dem unter Führung Athens u. a. zwölf karische Städte angehörten. Dieses Bündnis sollte die Perser von den Küsten der Ägäis fernhalten. Ab 387 v. Chr. beherrschten die Perser erneut die Region. Der persische Satrap Mausolos verhalf der Stadt durch seine hellenistische Orientierung zu ihrem griechisch-hellenistischen Charakter. Im Jahr 334 v. Chr. besetze A. d. G. Karien, ohne dass Kaunos dabei auffällig wurde. Nach seinem Tod kam es durch die Nachfolgereiche der Diadochen-Könige zu mehrfachen Machtwechseln zwischen den Ptolemäern, Antigoniden, Seleukiden und Rhodiern. Letztere herrschten von 189- 167 v. Chr. in Karien und Lykien unter Aufsicht und mit Duldung Roms.

167 v. Chr. löste Rom die rhodische Herrschaft über Karien und Lykien auf und Kaunos wurde zunächst eine freie römische Stadt. 129 v, Chr. wurde Kaunos als Grenzstadt in die neugegründete römische Provinz Asia eingegliedert. Damit waren die unruhigen Zeiten für Kaunos aber noch nicht vorbei. 88 v. Chr. besetzte der persische Satrap Mithridates auch Kaunos, wobei die Bürgerschaft mit ihm sympathisierte. Die römische Vergeltung dafür waren grausame Massaker an den Bewohnern. Nach einem Friedensschluss im Jahr 85.v. Chr. geriet Kaunos erneut unter das rhodische Regime (Rhodische Peraia). Die Geschichte von Kaunos ist Spiegelbild der verworrenen Verhältnisse während des Hellenismus in Kleinasien. Es war auch jene Zeit, in der bei einigen Küstenorten ein Verlandungsprozess einsetzte, die Häfen wurden für den Schiffsverkehr unbrauchbar, in Milet.in Ephesos und auch in Kaunos.

Unter den Römern erlebt Kaunos seine wirtschaftliche Blütezeit, es soll ein reicher Ort gewesen sein. Dazu trugen der Anbau und der Handel mit Feigen, mit Salz bzw. Salzfisch und mit dem Harz der Pinien bei. Die fruchtbaren Böden waren eine gute Voraussetzung für eine ertragreiche Landwirtschaft. Dennoch galt der Ort auf Grund der Lage im sumpfigen Flussdelta als ungesund (Krankheitserreger und „schlechte“ Luftverhältnisse). Zu den antiken Zeugen gehören insbesondere die in die Felsen gearbeiteten karischen Gräber (Tempelgräber mit Säulen und Grabkammern), die aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. stammen. Zu erkunden sind weiterhin ein griechisch-römisches Theater, Thermenanlagen, eine Agora, Tempelfundamente, eine Basilika-Ruine, Reste des Hafens, Imposant wirkt der Akropolisberg.. Kaunos hat eine sehr schön anmutende Umgebung. Wikipedia Beiträge zu KAUNOS, KARIEN und dem PERSERRREICH

Quellen: / Kleinasien 3, Jenseits des Mäander Karien mit dem Vilayet Mugla, Verlag W. Kohlhammer GmbH, 2. Auflage 1985, G.E. Bean (Übersetzung: J. Wiesner, U. Pause-Dreyer), S. 71-88 / Antike Stätten am Mittelmeer, Metzler Lexikon, Verlag J. B. Metzler, 1999, D.O.A. Klose, S. 530-535 Geschichte Kleinasiens in der Antike, @ Verlag C. H. Beck oHG München, 2. durchgesehene Auflage 2010, Chr. Marek (P. Frei), S. !57, / Dumont Reise-Handbuch Türkei, Westtürkei – Zentralanatolien, @ DuMont Reiseverlag, 1. Auflage 2011, H. E. Latzke (V. Ohl & W. Dorn), S. 254, 269 / Geschichte Kleinasiens in der Antike, @ Verlag C. H. Beck oHG München, 2. durchgesehene Auflage 2010, Chr. Marek (P. Frei), S. 194, 231 233, 273, 290, 293, 346, 379, 499,504, 536, 615, 632. Bildnachweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaunos#/media/Datei:0132_Theater_in_Caunos.jpg 
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/18/Kaunos_Nymphaeum_in_wet_season_https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/78/Kaunos https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/78/Kaunos_%282839944346%29.jpg

 

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