SILIFKE | SELEUKIA AM KALYKADNOS

Silifke ist eine Stadtgemeinde im gleichnamigen Landkreis der Provinz Mersin an der östlichen Mittelmeerküste der Türkei. Silifke ist das Zentrum der Schwemmlandebene des Göksu-Delta am Fuße des Taurusgebirges. In dem Gebiet, südlich von Silifke, werden Baumwolle, Reis, Erdnüsse und in jüngerer Zeit verstärkt Erdbeeren angebaut. In der Antike hieß die Stadt Seleukia am Kalykadnos (heute: Göksu). Sie wurde zu Beginn des 3. Jhd. v. Chr. von Seleukos I. Nikator (358 – 281 V. Chr.) gegründet und – wie auch andere seleukische Stadtgründungen – nach dem Herrscher benannt. Unter den Römern wurde Seleukia (lateinisch: Seleucia ad Calycadnum) zur Hauptstadt von Isaurien, mit der Bezeichnung Seleucia in Isauria..Isaurien wird in geschichtlichen Quellen als Berglandschaft im südlichen Kleinasien an den Nordausläufern des Taurusgebirges bezeichnet. Die Bewohner galten als freies, räuberisches und kriegerisches Volk, das die umliegenden Regionen drangsaliert haben soll. Die Römer unterwarfen das Gebiet in den Jahren 76- 74 v. Chr. ihrer Herrschaft, wobei auch sie keine völlige Befriedung des Gebietes herbeiführen konnten. Isaurien hatte sich durch römische Struktur- und Gebietsreformen bis an die Mittelmeerküste ausgedehnt.

Im Mittelalter war die Stadt zeitweilig Hauptstadt des Königreiches Kleinarmenien. Kaiser Friedrich Barbarossa ertrank 1190 während des Dritten Kreuzzugs nahe der Stadt im Göksu, der damals Saleph hieß. Ihm zu Ehren wurde ein Denkmal geschaffen, wobei es auch andere Erzählungen über seinen Tod gibt.
An der Stelle der antiken Akropolis steht die byzantinische Ziitadelle von Silifke., deren Lage oberhalb der Stadt eine gute Aussicht auf den Ort und seine Umgebung bietet. Archäologische Fundstätten der antiken Epoche im Stadtgebiet sind ein römischer Tempel, der möglicherweise Jupiter geweiht war. Es kommen aber auch griechische Gottheiten in Betracht. Zu den spärlichen antiken Zeugnissen zählt eine 12 m tiefe Zisterne, Unweit des Stadtgebietes liegt der frühchristliche Wallfahrtsort Ayathekla/Meryemlik, in dem die Heilige Thekla, eine Begleiterin des Apostel Paulus, bis in die Gegenwart hinein verehrt wird. Der antike Ort Imbriogon war ein Erholungsort für die wohlhabenden Bürger von Seleukia am Kalykadnos. Im nördlichen Umland von Silifke befinden sich weitere antike Orte, u. a. Olba, Diocaesaresa oder östlich von Silifke die Orte Korykos, Elaiussa-Sebaste, Kanytelleis, Kizkalesi oder die Korykischen Grotten. Die Fotos entstanden auf einer individuell geführten Reise im September 2018. Artikel bei Wikipedia zu: SILIFKE und KILIKIEN

Literaturquellen: Geschichte Kleinasiens in der Antike, @ Verlag C. H. Beck oHG München, 2. durchgesehene Auflage 2010, Chr. Marek (P. Frei, S. 256, 365, 506, 609, 624 / Dumont Reise-Handbuch Türkei, Westtürkei – Zentralanatolien, @ DuMont Reiseverlag, 1. Auflage 2011, H. E. Latzke, S. 21, 326 / Antike, Metzler Lexikon, Verlag J: B: Metzler, 2. Auflage, 2006, S., 268, 543

 

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